Margot Süttmann /Heinke Strinkau

Nachrichtendienst wiss. Meditationsforschung
13 /2004 vom 1. Dezember 2004
Thema:
 
Wirkungen des Programms der
Transzendentalen Meditation als Bestandteil eines ganzheitlichen multimodalen, ayurvedischen Ansatzes
auf Kognition und Verhalten bei Kindern mit
Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom (ADHS)
Inhaltsverzeichnis:
— Wiss. begleitetes Schulprojekt mit Transzendentaler Meditation (TM) an ADHS-Kindern
— Aufmerksamkeitsstörungen und Aufmerksamkeits-Hyperaktivitätssyndrom - Erscheinungsbild, Symptome, medikamentöse Behandlung, Ursachen
— Symptome
— Psychotrope Medikamente: Die Fragwürdigkeit von Methylphenidat und anderen Pharmazeutika als Therapeutika
— Ursache von Aufmerksamkeits- und Aufmerksamkeits-Hyperaktivitätssyndrom (ADS und ADHS)
— Physiologische und neurochemische Korrelate von ADHS
— Die Potentiale des Programms der TranszendentalenMeditation bei ADHS-Kindern
Empirische Befunde mit Bedeutung für (neuro-) physiologische Korrelate von ADHS
Die gesundheitsförderlichen Wirkungen der TM bei ADHS-Kindern im Gegensatz zur Behandlung mit Methylphenidat
ADHS und TM am Beispiel von Serotonin und Adrenalin-Noradrenalin-Metaboliten sowie elektrodermaler Veränderungen
Nutzen des TM-Programms für ADHS-Kinder hinsichtlich kognitiver und Verhaltensauffälligkeiten
Weitere Empfehlungen aus der ayurvedischen Medizin

Für jedes Kind (wie auch für jeden Erwachsenen) ist es ein schönes Ereignis, das Meditieren - wir sprechen hier von Transzendentaler Meditation (TM) - zu erlernen. In diesem Fall handelte es sich aber um eine ganz besondere Gruppe, Kinder, die bereits eine längere Geschichte mit ADHS oder Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom hinter sich hatten. Zehn Kinder erlernten Ende im Juni 2004 an der Chelsea-Schule, einer kleinen Privatschule in Silver Springs, Maryland, die Transzendentale Meditation im Rahmen einer dreimonatigen Studie, die untersuchen sollte, ob die Meditation den Kindern helfen kann, den Stress ihrer Lern- und Aufmerksamkeitsstörung besser zu verkraften.

Dr. Linda Handy, Schuldirektorin
Chelsea-Schule, Silver Spring, Maryland


Dr. Linda Handy ist Schuldirektorin der Chelsea-Schule in Silver Spring im Bundesstaat Maryland, USA, die sich auf den Unterricht von Kindern mit sprechbezogenen Lernbehinderungen spezialisiert hat. An dieser Schule wird gegenwärtig die Wirksamkeit des Programms der Transzendentalen Meditation (TM) bei Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) wissenschaftlich untersucht. Dr. Sarina Grosswald, Ed.D., ist Projektleiterin des Forschungsprojektes und eine Expertin für kognitive Lernzprozesse. Sie leitet eine eigene Consulting-Firma für Gesundheitserziehung und Fortbildungen für Gesundheitsberufe in Alexandria, Virginia, und ist darüber hinaus Direktorin der medizinischen Weiterbildung für die American Medical Women’s Association. Dr. Grosswald: "TM ist eine geistige Technik, die es dem Geist erlaubt, zur Ruhe zu kommen - und wenn der Geist zur Ruhe kommt, kommt auch der Körper zur Ruhe." Zur Ruhe kommen - das ist nun gerade das Problem, mit dem Kinder, die an ADHS leiden, die meisten Probleme haben. Es macht ihnen häufig große Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren und ihre Aufmerksamkeit bei der Sache zu behalten.

Die Diagnose Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS) oder Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) wird anhand dreier Symptomatiken beschrieben: Unaufmerksamkeit, Hyperkativität und impulsives Verhalten. "Es ist für die Bezugspersonen häufig sehr frustrierend, wenn diese Kinder zu Verhaltensproblemen werden", so Frau Grosswald, "aber es ist nichts, das sie absichtlich tun. Es ist etwas, was sie einfach nicht kontrollieren können."


Dr. Sarina Grosswald

In der Chelsea-Schule versammeln sich die Schüler zweimal am Tag zum Meditieren und sie sagen selbst, es hilft ihnen. Taylor David meint: "Es hilft mir für die Hausarbeiten und für meine Beziehungen zu meinen Freunden." "Ich bin, seit ich meditiere, nicht mehr so frustriert mit meiner Arbeit und komme besser mit den Lehrern klar - ich bin jetzt im Grunde ein ganz normaler Teenager wie andere auch", sagt Scott Schwartzman.

Die Schuldirektorin selbst freut sich und spricht davon, dass das Meditationsprogramm ihrer ganzen Schule genützt habe. "Ich sehe wirklich, wie sich das ganz enorm auf alle unsere Schüler auswirkt. Und es ist inzwischen mein großer Wunsch, alle meine Schüler das Meditieren erlernen zu lassen."

Weitere Pläne laufen an der Universität von Missouri, die ebenfalls Studien über das Programm der Transzendentalen Meditation (TM) in der Behandlung von ADHS-Schülern durchführen will. Eingehende Forschung dokumentiert den Nutzen der TM für die Körper/Geist-Gesundheit und Felderfahrungen mit dem Lehren der TM bei Kindern mit ADHS bestätigen die völlige Mühelosigkeit und Leichtigkeit, mit der die Kinder dies aufgreifen und sich dieser Ansatz durchführen lässt.

 

Aufmerksamkeitsstörungen und Aufmerksamkeits-Hyperaktivitätssyndrom
Erscheinungsbild, Symptome, medikamentöse Behandlung, Ursachen

Alle Kinder haben Phasen, in denen sie laut, zappelig, unkonzentriert oder vergeßlich sind.Bei manchen Kindern scheint es sich aber um einen Dauerzustand zu handeln. Sie hampeln und sie zappeln, vergessen wichtige Dinge und können sich auf langweilige Dinge nicht konzentrieren. Das Aufmerksamkeits-Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) bezeichnet eine Aufmerksamkeits-und Konzentrationsstörung, welche sich durch ausgeprägte Bewegungsunruhe (Hyperaktivität), leichte Ablenkbarkeit und unberechenbares Verhalten (Impulsivität) äußert. Besonders gestört ist die Selbstkontrolle, die eine wesentliche Voraussetzung für jegliche Handlungsplanung und - durchführung darstellt.

Das Störungsbild einer pathologischen Aufmerksamkeitsschwäche, das als Aufmerksamkeitssyndrom (ADS) und - zusammen mit einem hyperkinetischen Erscheinungsbild - auch als Aufmerksamkeits-Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) bezeichnet wird, ist manchmal schon im Vorschulalter wahrnehmbar. Im Schulalter, in dem im Unterricht Disziplin erwartet wird, werden aber die Symtome besonders auffällig. AD(H)S-Kinder machen sich dort leicht zum unbeliebten Störenfried. Sie sind in ihrer motorischen Unruhe und mit ihren oft auch verbalen, seitens des Lehrers nicht eindämmbaren Unterbrechungen kaum zu bremsen und ecken somit beim Lehrer, aber auch bei ihren Mitschülern an - was sie oft in der Klassengemeinschaft isoliert und eine ganze Reihe von ernsten Folgeerscheinungen für ihre psychische, kognitive und auch soziale Entwicklung mit sich bringen kann. Zudem sind sie häufig mit negativen Leistungsbewertungen konfrontiert, erhalten häufiger als nicht betroffene Kinder schlechte Noten, was ebenfalls für die Kinder eine Belastung darstellt. Die Hausarbeiten arten oft zu einem Riesentheater aus und die Eltern kriegen ihre Sprößlinge einfach nicht in den Griff.

Fallbeispiele von Kindern mit ADHS finden sich auf der Internetseite: http://www.ads-infopool.de/addlerkuekenstorys.htm

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 

Ausführliche Darstellung (in englischer Sprache) von Alaric T. Arenander, Direktor, Brain Research Institute, Fairfield, Iowa: The Cognitive & Behavioral Effects of the Transcendental Meditation Program & Maharishi Vedic Medicine on Children with Attention Deficit Hyperactivity Disorder (ADHD) (PDF: 128k, 33 pages)

Grafik 2: Vergleich des Programms der Transzendentalen Meditation mit anderen Stress-Verminderungs-Techniken
 
 


"The attention-deficit-/hyperactivity disorders (ADHD
) are the most common
psychiatric disorders in children and adolescents. ADHD persists in 30 - 50 %
into the adulthood.(...)Many of the symptoms classified as ADHD symptoms
of inattention are actually symptoms of executive function impairments"
Kordon A, Kahl KG. [Attention-deficit/hyperactivity disorder (ADHS) in adulthood]
Psychother Psychosom Med Psychol. 2004 Mar-Apr;54(3-4):124-36.
Klinik fur Psychiatrie und Psychotherapie Universitätsklinikum
Schleswig-Holstein, Campus Lübeck. Kordon.a@psychiatry.mu-luebeck.de

Symptome

Kurze Aufmerksamkeitsspanne und mangelhafte Konzentration
Die Kinder fallen auf, weil sie sehr ablenkbar sind. Gedächtnis, Auffassung und Aufmerksamkeitsspanne sind häufig betroffen. Die Kinder wechseln häufig die Beschäftigung. Langweilige Dinge wie Hausaufgaben werden nur widerwillig und sehr unkonzentriert erledigt. Zeichnungen - etwa für die Schule - werden häufig ungern erledigt und sind meist schnell hingekritzelt, unordentlich und mit wenig Details ausgestattet. Spannende Dinge können die Kinder dagegen häufig mit besserer Konzentration längere Zeit durchhalten (z. B. Fernsehen). Die Kinder scheinen oft nicht zuzuhören und wechseln im Gespräch plötzlich das Thema. Zudem sind sie häufig vergesslich und verlieren oder verlegen Gegenstände wie Turnbeutel oder Zahnspangen. Die Schulkinder fallen oft dadurch auf, dass ihre Leistungen deutlich schlechter sind, als man aufgrund ihrer Intelligenz eigentlich von ihnen erwarten würde. Sie vergessen Hausaufgaben, Termine von Klassenarbeiten oder wichtige Schulsachen. Texte zeichnen sich durch ein schlechtes Schriftbild, viele Flüchtigkeitsfehler oder unvollständige Sätze aus. In der Schule kommt es häufig zu Störverhalten. Jugendliche schwänzen häufiger die Schule und verweigern das Lernen.

Impulsivität
Kinder mit ADHS zeigen häufig ein unberechenbares Verhalten. Sie scheinen keine Gefahr zu erkennen und sind häufiger in Unfälle verwickelt. Sie rennen, reden und handeln, ohne vorher zu überlegen.

Erregbarkeit
Die meisten Kinder zeigen eine sehr geringe Frustrationstoleranz. Sie können schlecht warten und schlecht verzichten. Bei Kleinigkeiten können sie plötzlich regelrecht "ausrasten". Nach einiger Zeit beruhigen sie sich plötzlich wieder und sind dann auch nicht nachtragend. Auffällig sind auch starke Stimmungsschwankungen. Die Stimmungslage wechselt sehr schnell zwischen zwei Extremen. Gerade noch sehr gut gelaunt, kann das Kind kurze Zeit später tief traurig sein, um genauso schnell wieder in eine gute Stimmung zu wechseln. Viele Kinder sind schnell beleidigt und extrem empfindlich gegenüber Kritik. Häufig sind sie auch schlechte Verlierer. Sie dosieren ihre motorischen Kräfte, die Stimme, Argumente, Empfindungen, das Engagement in einem unpassenden Maße. Integrations- bzw. Wahrnehmungsstörungen im optischen, akustischen Bereich sowie Störungen in Tastwahrnehmung oder Schwierigkeiten im Gleichgewichtsgefühl kommen in unterschiedlicher Zusammensetzung und Ausprägung vor.

Der Internetinformationsdienst Netdoktor.de gibt an:

Bei Rund einem Drittel der Kinder verschwinden die ADHS-Symptome mit den Jahren, der Rest behält sie jedoch ein Leben lang. Wird die Störung nicht behandelt, könne das für die betroffenen Kinder lebenslange Folgen haben, berichtet der BVKJ (Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte (www.kinderaerzteimnetz.de)):

Sie schaffen die Schule nicht und erreichen oft nicht den Beruf, die ihren geistigen Fähigkeiten entspricht.

Es gelingt ihnen nicht, soziale Beziehung aufzubauen und zu erhalten.

Ein Drittel der ADHS-Patienten ist von Jugendstraffälligkeit bedroht.

Für Unfälle besteht ein sechsfach erhöhtes Risiko; unter allen Patienten mit Schädelhirnverletzungen sind Patienten mit ADHS vor allem durch selbstverschuldete und schweren Schädelhirnverletzungen überrepräsentiert.

Als Erwachsene bestehen Folgerisiken, beispielsweise für psychische Erkrankungen, Fibromyalgiesyndrom, Herzinfarkt, Depression, Angststörungen, Substanzmissbrauch oder Abhängigkeitserkrankungen (Nikotin, Alkohol, Opiate).

Psychotrope Medikamente häufig als Antwort
Die Fragwürdigkeit von Methylphenidat und anderen Pharmazeutika als Therapeutika

Ärzte verschreiben den lebhaften Patienten Psychopillen – wie etwa das unter das Betäubungsmittelgesetz fallende, umstrittene Ritalin® oder Medikinet®, beide mit dem Wirkstoff Methylphenidat (MP), einem Psychostimulans aus der Gruppe der Amphetamine - mit Nebenwirkungen wie unter anderem Appetitlosigkeit, Schlaflosigkeit, Stimmungsschwankungen sowie - in höheren Dosierungen - negativen Wirkungen auf das kardiovaskuläre System. Bald soll einer Mitteilung der Ärzte-Zeitung (vom 5.10.2004) zufolge der selektive Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer Atomoxetin - nach den USA nun auch in Deutschland - auf den Markt kommen - das erste Nicht-Stimulans, wie gesagt wird, in der Behandlung von ADHS, ein hoch-selektiver Antagonist des präsynaptischen Norepinephrin-Transporters. Während Atomoxetin die Aufnahme von Norepinephrin hemmt, wirkt Ritalin auf Dopamin, ein anderer dieser zwei Neurotransmitter, die Aufmerksamkeit und Aktivität beeinflussen. Tremor, Nervosität, Angst, Übelkeit, Kopfschmerzen, Blutdruckveränderungen und erhöhte Herzrate, sowie Appetitmangel, Schlaflosigkeit, Erschöpfung werden auch bei Atomoxetin als Nebenwirkungen - insbesondere bei unsachgemäßer Dosierung - angegeben.

Die Verordnungen von Methylphenidat hatten in den letzten Jahren sprunghaft zugenommen - nach Angaben der Bundesopiumstelle stieg der Verbrauch von 1993 bis 2000 auf das 14fache. Allein innerhalb von vier Jahren sei die Zahl auf das 40-fache angestiegen, berichtet die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marion Caspers-Merk. Professor Michael Schulte-Markwort, Kinder- und Jugendpsychiater an der Hamburger Universitätsklinik Eppendorf, gab in einem Interview mit der Zeitschrift Vital zu bedenken: "Man tut betroffenen Kindern keinen Gefallen, wenn man ihnen diese Hilfe vorenthält. Leider kommen die Kinder meist erst in Behandlung, wenn sie schon durch alle Raster gefallen sind und in eine Schule für Lernbehinderte sollen.", Das sei dramatisch, denn diese Kinder seien normal intelligent. Oft hätten sie durch das Zögern der Eltern schon Störungen im Sozialverhalten entwickelt. Das erschwere die Therapie. Der alte Satz "Das wächst sich schon aus" gelte bei ADS auf keinen Fall. Nach Erfahrung Professor Michael Schulte-Markworts haben im Durchschnitt nur zwei von sieben Kindern mit der Diagnose ADHS tatsächlich diese Krankheit. Häufig kommt es zu Fehldiagnosen und die Kinder, die an Verhaltensauffälligkeiten aus anderen Gründen leiden, werden dennoch oft mit Ritalin oder anderen Methylphenidat-Drogen behandelt.

MP ist ein synthetisches Sympathikomimetikum mit vorwiegend zentraler Wirkung (ZNS). Es blockiert die Aufnahme von Noradrenalin und Dopamin in zentrale Synaptosomen und von Noradrenalin in periphere adrenerge Nervenendigungen des vegetativen Nervensystems. Noradrenalin ist der klassische Neurotransmitter im peripheren sympathischen Nervensystem und kardiovaskuläre Effekte von MP können auf diese Weise erklärt werden. Die unterschiedlichen lokomotorischen Effekte des Präparats sind durch die unterschiedliche Affinität zu den zentralen dopaminergen Neuronen erklärbar. Eine partielle Hemmung des Monoaminxidase (MAO)-vermittelten Abbaus von Katecholaminen durch MP erklärt den Anstieg an O-methylierten Katecholaminen (COMT), dem anderen Hauptmetaboliten. Die polaren Metaboliten (Ritalinsäure, Hydroxy- und Oxymethylphenidat) haben zum Teil pharmakologische Aktivität und längere Halbwertszeit als MP und kumulieren deshalb bei chronischer Gabe. Ihr Beitrag zur Gesamtwirkung ist weitgehend ungeklärt.

Kardiovaskuläres Risiko durch MP
Katecholamine wirken positiv inotrop und chronotrop über eine Stimulation der Beta-1-Rezeptoren des Herzens. Der Blutdruck steigt einerseits durch eine Zunahme des Herzminutenvolumens an und kann andererseits durch direkte Wirkung der Katecholamine an den Gefässen moduliert werden. Die Erregbarkeit der Herzmuskelzellen nimmt zu und als Folge können theoretisch lebensbedrohliche atriale und ventrikuläre Tachykardien auftreten. Über schwerwiegende Zwischenfälle wurde zwar in der Fachliteratur kaum berichtet. Es gibt einige Fallberichte über Rhythmusstörungen in Zusammenhang mit MP, einen Fall einer supraventrikulären Tachykardie, bei einem Drittel von 251 erfassten Fällen durch ein US-amerikanisches toxikologisches Institut über den Zeitraum von zwei Jahren wurden bei einer als gering eingestuften mittleren peroralen Dosis von 1.7mg/kg eine Sinustachykardie und/oder eine arterielle Hypertonie als kardiovaskuläre Wirkungen festgestellt.

Stimulantien und Hirnstoffwechsel
Die hirnschädigende Wirkung von hoch dosierten Amphetaminen ist bekannt. Ob die chronische Einnahme niedrig-dosierter Drogen, wie sie bei ADHS eingesetzt werden, ebenfalls Hirnschädigungen hervorruft, ist noch nicht ausreichend erforscht. Das Gehirn wird nach der Einnahme von Ritalin mit Dopamin überflutet, was extrem antriebssteigernd wirkt. Warum sollten unruhige bzw. unaufmerksame Kinder noch mehr aufgeputscht werden? Der Hirnforscher G. Hüther erklärt dies so (s. Hüther/Bonney 2002, S. 71 f): Der antriebssteigernde Rausch dauert nur kurz an, denn wenn die Dopaminspeicher im Gehirn entleert sind, dauert es drei bis fünf Stunden, bis wieder neues Dopamin gebildet ist. Dieser Zustand kann als Abgeschlagenheit und Lustlosigkeit erlebt werden, aber auch als Zustand, in dem man zeitweilig zur Ruhe kommt. Was allerdings bedenklich ist: Ritalin verlangsamt während der Wachstumsphase des Gehirns (bis zur Pubertät) die Ausbildung der dopaminergen Nervenfortsätze und kann einen hemmenden Einfluss auf die Genexpression von c-fos haben, beeinflusst also massiv die Gehirnentwicklung (Moll et al., 2001, Chase et al., 2003). Als vasoaktive Substanz vermindert MP den zerebralen Blutfluss und durch die stimulierende Wirkung auf das adrenerge System könnte es Veränderungen in den kleinen Blutkapillaren bewirken, Narben verursachen und somit das sich entwickelnde Gehirn von Kindern und Heranwachsenden auf Dauer in erheblichem Maße negativ beeinflussen. Teter, McCabe, Boyd und Guthrie berichten in einer 2003 veröffentlichten Studie, dass jugendliche Konsumenten von nicht verordnetem Methylphenidat missbrauchgefährdeter hinsichtlich Alkohol (Koma-Saufen bis zum Umfallen soll laut Drogenbericht 2004 der Bundesregierung ja ein neuer Trend unter Jugendlichen und bereits Kindern sein) und gesetzlich verbotener Drogen sind. Schweitzer, Lee, Hanford, Zink, Ely, Tagamets, Hoffman, Grafton und Kilts berichten in ihrer im Okt. 2004 in Biological Psychiatry veröffentlichten Studie., dass die Einnahme von Methylphendiat bei Erwachsenen - Neuroimaging-Verfahren zufolge - wohl zu einer "Normalisierung des Verhaltens", nicht aber der korrelierten Hirnaktivität (!!) führe. Zudem hat ein "Review of reviews", die von 15 Ko-Autoren (Swanson et al., 1993) durchgeführt wurden, die 341 Überblicksartikel über die Wirkung von Medikation mit Stimulantien bei Kindern mit Aufmerksamkeitsstörungen durchgeführt wurde, erbracht, dass die Einnahme dieser Medikation bei 25%-40% der Kinder mit diesem Krankheitsbild nichts bewirkte. Eine großer Anteil der Kinder, die eine Reaktion auf Methylphendiat zeigte, zeigte auch die gleichen Verbesserungen auf einen Placebo hin (Swanson et al, 1993). Darüberhinaus erbrachte die Einnahme von Stimulantien wie Methylphendiat keine signifikanten Verbesserungen im Lesen, in pro-aktiven sozialen Fähigkeiten (Hinshaw, Henker & Wahlen, 1984) und im Lernen oder in den Schulleistungen (Gadow, 1983; Thurber & Walker, 1983) außer dem einer verbesserten Anwesenheitshäufigkeit. Auch die Rate der Arreste nahm dadurch nicht ab (Swanson et al., 1993).

Die Nebenwirkungen und Limitationen von Medikation mit Stimulantien hingegen schließen ein: 1) dauerhafte Veränderungen im Hirn und in der Entwicklung des zentralen dopaminergen Systems wie aller Wahrscheinlichkeit nach die Abnahme von Dopamin-Rezeptoren im Striatum und Mittelgehirn, die in Tierstudien nachgewiesen wurden (Moll et al., 2001) bis hin möglicherweise zum Anhalten der Genexpression von c-fos (Chase et al., 2003), 2) begrenzte Wirkdauer (4-5 Stunden), auch wenn neue, retardierte Formen mit längerer Wirkdauer jetzt auf den Markt kommen, 3) Einschränkungen (Hemmung) des Wachstums, wenn nicht Aussetzphasen von genügender Länge wie Sommerferien, freie Wochenenden usw. eingeplant werden (Barkley, 1990) 4) wie bereits erwähnt, Schlaflosigkeit und Ess-Störungen, Magenschmerzen (Wolfraich, 2004), 5) bei einem kleinen Prozentsatz der Kinder Ticks (Castallone, 1999), Krämpfe (Ishizaki et al., 2001) kardiovaskuläre Probleme und Tourette-Syndrom (Kurlan, 2003), bei hohen Dosierungen kognitive Beeinträchtigungen, 6) keine bleibenden Verbesserungen nach Einstellung der Medikamenteneinnahme und 7) bei einem kleinen, aber signifikanten Prozentsatz bleibende negative physiologische Wirkungen trotz Stoppen der Einnahme der Medikation (Whalan & Henker, 1991). Insofern darf zu Recht gefragt werden, ob die risikobehaftete regelmäßige Einnahme von Stimulantien wie Methylphenidat oder auch Atomoxetin tatsächlich die beste Alternative ist und die nicht wegzudiskutierenden Risiken tatsächlich in Kauf genommen werden sollten oder ob nicht andere Therapiemaßnahmen ohne schädliche, ja, mit sogar ganzheitlich förderlichen "Nebenwirkungen" verfügbar sind.

Referenzen für diesen Teil:

Arzneimittel für Kinder: zu viele von zweifelhaftem Nutzen, auffälliger Anstieg von Psychostimulanzien !Prof. Dr. rer. nat. Gerd Glaeske, Forschungseinheit "Gesundheitspolitik und Evaluation medizinischer Versorgung" – Schwerpunkt Arzneimittelversorgungsforschung – Zentrum für Sozialpolitik (ZeS), Universität Bremen, Parkallee 39, 28209 Bremen
http://www.wernerschell.de/Rechtsalmanach/Arzneimittelrecht/glaeske.htm

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Chase TD, Brown RE, Carrey N, Wilkinson M., Daily methylphenidate administration attenuates c-fos expression in the striatum of prepubertal rats. Neuroreport. 2003 Apr 15;14(5):769-72.

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Ishizaki A, Sugama M., [Methylphenidate therapy in 141 patients with hyperkinetic disorder or with pervasive developmental disorder and hyperkinesia], No To Hattatsu. 2001 Jul;33(4):323-8.

Kurlan R. Related , Tourette's syndrome: are stimulants safe? Curr Neurol Neurosci Rep. 2003 Jul;3(4):285-8. Review.

Moll GH, Hause S, Ruther E, Rothenberger A, Huether G. Related Articles, Links
Early methylphenidate administration to young rats causes a persistent reduction in the density of striatal dopamine transporters.J Child Adolesc Psychopharmacol. 2001 Spring;11(1):15-24.

Swanson, J., Mcbumett, T., Wigal, T., Pfiffner, L., Lerner, M., Williams, L., Christian, D., Tamm, L., Willcutt, E., Crowley, K., Clevenger, W., Khouzam, N., Woo, C., Crinella, F., Fisher, T., (1993). Effect of stimulant medication on children with attention deficit disorder: A "review of reviews." Exceptional Children, 60, 2, 154, 162.

Schweitzer JB, Lee DO, Hanford RB, Zink CF, Ely TD, Tagamets MA, Hoffman JM, Grafton ST, Kilts CD.,
Effect of methylphenidate on executive functioning in adults with attention-deficit/hyperactivity disorder: normalization of behavior but not related brain activity.Biol Psychiatry. 2004 Oct 15;56(8):597-606.

Whalen, C. K. & Henker, B. (1991). Therapies for hyperactive children: Comparisons, combinations, and compromises. journal of Consulting and Clinical Psychology, 59,1, 126-137.

Wolraich ML, Doffing MA. , Pharmacokinetic considerations in the treatment of attention-deficit hyperactivity disorder with methylphenidate.CNS Drugs. 2004;18(4):243-50. Review.


Ursache von Aufmerksamkeits- und Aufmerksamkeits-Hyperaktivitätssyndrom
(ADS und ADHS)

Obwohl die Ursachen für ADHS noch nicht im einzelnen genau festzumachen sind, wird von einer breiten Forscherschaft davon ausgegangen, dass die Erkrankung zu einem beträchtlichen Teil genetisch bedingt ist. Andere Forscher wie der Neurobiologe und Hirnforscher an der Universität Göttingen Gerald Hüther sehen die Ursache in einer falschen Nutzung des Gehirns. Zudem werden auch nachteilige Einflüsse auf das Hirn während der Geburt oder auch schon der Schwangerschaft sowie Beeinträchtigungen durch die heutige Lebensweise (z.B. zuviel Fernsehkonsum, Reizüberflutungen), Chemikalieneinfluss, Elektrosmog und dgl. aus der Umwelt oder auch über die Ernährung (Mangel an Omega-3-Fettsäuren für Nervenaustauschprozesse, Fehl- und Mangelernährung hinsichtlich wesentlicher Spurenelemente und Vitamine oder anderer Pflanzenwirkstoffe (Harding et al. 2003), freie Sauerstoffradikale) geltend gemacht (Barkley, 1997; Castellanos, 1999; Faraone & Biederman, 1998; Faraone & Biederman 1999; Hynd et al., 1991; Lensch, 2000; Sergeant et al., 1999; Quay 1997;).


Spect-Darstellungen, Courtesy Dr. Daniel Ames, Ames Clinics, Kalifornien
Powerpoint-Grafiken von http://www.brainresearchinstitute.org/, Courtesy Dr. Alaric Arenander (Direktor)


Gestörter Hirnmetabolismus (mangelnde Durchblutung) zeigt sich in den SPECT-Abbildungen in Form von Löchern, auch "functional holes" genannt, Hirnläsionen, in denen praktisch keine Stoffwechselaktivität mehr stattfindet. Dieser gestörte Hirnstoffwechsel ist korreliert mit dezimierter er neuraler Aktivität in diesem Bereich. Im oberen Teil der Abbildung befindet sich der Frontallappen, Vorderhirn (präfrontaler Kortex) abgebildet, indem Exekutivfunktionen wie zielorientiertes Verhalten, Motivation, Impuls- und Affektkontrolle, moralisches Urteilen usw. angesiedelt sind.

Beträchtlicher Fortschritt wurde inzwischen hinsichtlich eines Verständnisses der neurologischen bzw. neurobiologischen Basis dieser Entwicklungsstörung gemacht. Aus der Hirnforschung weiß man, dass AD(H)S- Schüler eine geringere Durchblutung im Frontallappen des Gehirns aufweisen. Das Frontalhirn ist maßgeblich an der Planung von Handlungen, der Steuerung von Gefühlen und Emotionen, der Lenkung der Aufmerksamkeit und am Ausfiltern von wichtigen und unrelevanten Reizen verantwortlich. Aufgrund des Mangels an verschiedenen Neurotransmitterstoffen (z.B. Seretonin, Adrenalin) in dieser Hirnregion zeigen sich funktionelle Störungen in diesen Bereichen. Einige hyperaktive Kinder müssen sich demnach durch Zappeln „aktivieren“, um den Neurotransmittermangel im Gehirn auszugleichen.


Powerpoint-Grafiken von http://www.brainresearchinstitute.org/, Courtesy Dr. Alaric Arenander (Direktor)

"Neben diesem Erbrisiko fiel Forschern ein weiteres Merkmal ins Auge, das viele ADHS-Kinder kennzeichnet: Der Vorderlappen des Gehirns ist beeinträchtigt und häufig kleiner. Dies sei jedoch weniger eine Ursache als ein Befund unter mehreren, warnt Lesch [Professor der Klinik für Psychotherapie und Psychotherapie der Universität Würzburg]. Im vorderen Bereich des Gehirns sitze auch das Zentrum für Aufmerksamkeit, und dieses sei bei den Patienten schließlich gestört.

"Hinzu kommt jedoch, dass die Aktivität dieses vorderen Hirnbereiches niedriger liegt als üblich", berichtet Schlottke [Professor Peter Schlottke vom Psychologischen Institut der Universität Tübingen] aus seinen jüngsten Untersuchungen. Sein Schluss aus diesem Ergebnis: ADHS-Kinder verarbeiten zu wenig Reize und suchen daher ständig nach anregenden Eindrücken und Erlebnissen. Eine Folge: Drogenmissbrauch und Kriminalität sind häufiger als bei gesunden Kindern.

Weshalb die Vorderlappen der Gehirne der ADHS-Kinder anormal arbeiten, ist nicht abschließend geklärt."

Quelle: www.wissenschaft.de vom 10.02.2004 - Medizin

Die Hirnforschung hat gezeigt, dass das Gehirn betroffener Kinder die aus der Umwelt eintreffenden Reize nicht ausreichend filtern kann. Alle eintreffenden Reize werden gleichwertig behandelt. Die Kinder wissen nicht, welche Reize nun wichtig und welche „ausgeblendet“ werden müssen. Sie nehmen alle neuen Reize auf, egal ob sie nun für das schulische Lernen oder angemessene Reagieren notwendig oder störend sind. Die Kinder sind dadurch ständig überfordert und ihr „Aktivierungsgrad“ ist schnell erschöpft. Sie haben große Schwierigkeiten, sich selbst zu kontrollieren und ihre Handlungen zu steuern, da sie nur schwer entscheiden können, welcher Reiz in welcher Situation von Bedeutung ist, weil sie deutlich mehr Reize zur Verfügung haben als Kinder ohne ADS. Dopamin und Noradrenalin, Botenstoffe zwischen den Gehirnzellen, übertragen die Informationen nur noch eingeschränkt. ADHS-Kinder können sich deshalb schwer konzentrieren, sind vergesslich, aggressiv und unruhig. Die Veränderung in der Gehirnfunktion bleib oftmals ein Leben lang erhalten.

Die empirischen Befunde der Forschung und theoretischen Erwägungen zeigen in der breiten Masse an, wie bereits erwähnt, dass der präfrontale Kortex und seine Exekutivfunktionen eine Schlüsselrolle in dieser Erkrankung spielen (Biederman et al., 2004, ). Im Zentrum von ADHS steht ein Defizit in der Exekutivfunktion, das als Reaktionhemmung bezeichnet wird (Barkley, 1997; Pennington & Ozonoff, 1996, Quay, 1997).Diese Störung ist neurophysiologisch korreliert mit einer Störung im frontal-striatal-thalamo-kortikalen (FSTC) Schaltkreis, im Zerebrum und im Zerebrellum (Roth et al., 2004) und darüber hinaus gibt es Befunde, dass auch noch weitere hintere Hirnbereiche (posterior cerebral areas) in die Störung mit einbezogen sind (Durston, 2003). Sie ist zentral für die kognitiven und motorischen Störungen (zielorientiertes Handeln) im ADHS. Weiterhin hat sich hinsichtlich Impulsivität gezeigt, dass hier noch weitere Bereiche des dopaminergen Belohnungssystems wie der Nucleus accumbens und die Amygdala angesprochen sind (King et al., 2003).

Zum zweiten scheinen Defizite in anderen Exekutivfunktionen fundamentale Prozesse wie das Arbeits-Gedächtnis, das Selbstgefühl (Selbstwahrnehmung), die Selbstregulation von Emotionen und Motivation, selbstgerichtetes Spiel und zielorientiertes Verhalten einzuschließen. Diese kognitiven Defizite kaskadieren in die Bereiche der sozialen Intelligenz und der schulischen Leistungen hinein (Barkley, 1997; Barkley, 2000). Neuroimaging-Studien und Brain-Mapping unterstützen die Theorie einer zentraler Dysfunktion im präfrontalen Kortex, vermutlich als Resultat von Entwicklungsstörungen in der Kontrolle durch Hirnstamm-Dopamin und -Norepinephrin der Vorderhirn-Funktion (Roth, Saykin, 2004; Faraone & Biederman, 1998; Castellanos, 1999).

Diese Einschränkungen - insbesondere des präfrontalen Kortex (PFCX) - stehen andererseits auch in Verbindung mit stressbedingten neurologischen Einschränkungen:


Powerpoint-Grafiken von http://www.brainresearchinstitute.org/, Courtesy Dr. Alaric Arenander (Direktor)


Referenzen für diesen Teil:

Barkley RA. , Genetics of childhood disorders: XVII. ADHD, Part 1: The executive functions and ADHD.
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Biederman J, Monuteaux MC, Doyle AE, Seidman LJ, Wilens TE, Ferrero F, Morgan CL, Faraone SV.
Impact of executive function deficits and attention-deficit/hyperactivity disorder (ADHD) on academic outcomes in children. J Consult Clin Psychol. 2004 Oct;72(5):757-66.

Castellanos FX., Stimulants and tic disorders: from dogma to data. Arch Gen Psychiatry. 1999 Apr;56(4):337-8. Review.

Casey BJ, Castellanos FX, Giedd JN, Marsh WL, Hamburger SD, Schubert AB, Vauss YC, Vaituzis AC, Dickstein DP, Sarfatti SE, Rapoport JL., Implication of right frontostriatal circuitry in response inhibition and attention-deficit/hyperactivity disorder.J Am Acad Child Adolesc Psychiatry. 1997 Mar;36(3):374-83.

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Physiologische und neurochemische Korrelate von ADHS

Gehirnwellenforschung: Children with ADHD are more likely to show brain wavedysfunction (for review see, Lubar 1997; see also, Chabot et al., 1999; Chabot et al., 1996; Chabot and Serfontein, 1996; Lazzaro et al., 1998; Lubar, 1991; Mann et al.,1992; Monastra 1999). Two areas of research support this finding: baseline brain wave analysis/topographic mapping patterns and evoked potentials to sensory stimuli.ADHD children display marked slowing of frontal cortical frequencies. Early studies(Lubar et al., 1985) showed that in many cases beta activity is diminished and theta activity is heightened. The results using all the EEG parameters could predict with 97% accuracy membership to a ADHD-Reading Disability group. Increase theta power alonepredicted membership with an 80% accuracy providing the rationale to use EEG biofeedback to suppress theta activity (see below).
In general, quantified EEG analysis (QEEG) indicates reduced cortical arousal and possible maturational lag in ADHD (Chabot et al., 1996, 1999; Chabot & Serfontein,1996; Lazzaro et al., 1998; Lubar 1991; Lubar et al., 1999). Most studies report increase slow waves (theta and/or alpha) and reduced fast waves (beta) compared to controls. Studies by Lubar and colleagues (Mann et al, 1992; Monastra et al., 1999) have shown increased theta and decreased beta in the EEG, interpreted as prefrontal developmental dysfunction. In fact, analysis indicated that these two components out of many frequencies and scalp locations could account for 82% of the total variance.
ADHD group membership was predicted with 80% accuracy (Mann et al., 1992). More recent work reports QEEG sensitivity to be 86%, with 98% specificity (Monastra et al.,1999). Large population QEEG studies by Chabot, Serfontein and colleagues (Chabot et al., 1996, 1999) show high specificity (88%) and high sensitivity (94%) for distinguishing normal and ADHD children. In these studies, two predominant QEEG signatures were reported: one subtype showed EEG slowing or low CNS arousal, especially in frontal regions, and the second showed increase EEG activity or high CNS arousal, especiallyin the frontal regions. These studies suggested the dysfunction may not be primarily a result of maturational lag (Chabot & Serfontein, 1996). In addition, these studies demonstrate that QEEG could be regarded as a highly accurate predictor of beneficialtreatment response to methylphenidate vs. dextroamphetamine. Thus, many ADHD subjects appear to have developmental dysfunction localizable, in part, to the prefrontalcortex operating in a hypoaroused state.<Lubar hypothesizes that neocortical dynamics are disrupted in individuals with ADHD (Lubar 1997; for a historical account, see Lubar, 1991). Cortical activity, underlying nearly every conscious and most unconscious cognitive activity, can be thought in terms of resonant loops between cortical processors and between corticaland subcortical processors. Not only do these resonant loops determine the spectrum of brain wave activity but they strongly correlate with large as well as small changes in cognitive state and brain functioning. Predominant slow frequencies and poor evoked responses suggest that thalamocortical rhythms are not supporting proper sensory-motor integration. When this is found in the prefrontal regions, then one is reminded of the lack of behavior response inhibition in ADHD children (Barkley, 1997; Barkley,2000). Resonant loops also suggest the presence of coherent interaction among neurons and among neural cell assemblies. It was predicted long ago that EEG abnormalities would be present in ADHD and be evident as inappropriate slowing of brain rhythms and the disruption of coherent neural communication. This is supported by the changes in EEG coherence and phase that accompany treatment of ADHDchildren (Lubar et al., 1999). As will be seen below, the application of neurofeedback is predicated on this lack of normal brain integration in ADHD. That is, by modifying these dysfunctional resonant loops, one could more directly modify the neural basis for learning and motor disorders, in particular, ADHD.
Evozierte Potentiale: Satterfield and colleagues were among the first to discribe abnormal scalp recorded electrical responses to sensory stimuli, or evoked potentials (Satterfield et al., 1973). Aydin et al (1987) have reported that an evoked electrical
potential in frontal brain regions known as contingent negative variation (CNV) was markedly reduced in children with Attention Deficit Disorder (ADD, attention deficit without hyperactivity disorder). CNV is considered a reflection of cognitive functions
such as expectancy, conation, motivation, and attention-arousal. The ADD group exhibited significantly lower CNV amplitudes than the normal group. In addition, CNVs could not be found in 44.4% of the ADD group, while they could be obtained for all
cases in the normal group. A negative correlation was reported between the CNV amplitudes and hyperactivity scores, while a positive correlation was found between the CNV amplitudes and school achievement. In the 1990's Lubar and colleagues reported
in three studies (reviewed in Lubar, 1991) that ADHD children had decreased P300 amplitude, indicating these children have difficulty in both stimulus discrimination and general attentiveness. Evoked potential studies of cortical processing during the CPT testing paradigm also indicate reduced efficiency of neural networks in the prefrontal region. Compared to controls, ADHD subjects did not display the same reduction in latency of visual evoked potentials (steady state visual evoked potentials, SSVEP), particularly in the right prefrontal region (Silberstein et al., 1998). In some cortical locations, the latency actually was observed to be increased in ADHD subjects. Latency reduction, hypothesized to be related to dopaminergic activity, is considered to reflect increased efficiency of coupling in prefrontal neural networks. Furthermore, the possible lateralization of prefrontalcortical dysfunction has also been seen in functional imaging studies above (Rubia et al., 1999).
Neuroimaging: Two noninvasive functional-MRI (fMRI) studies show the power of brain imaging techniques to examine the neural substrate of ADHD imbalances. One fMRI study has demonstrated hypofrontality in ADHD. While performing different motor tasks, hyperactive adolescents showed lower response activation in the prefrontal cortex (Rubia et al., 1999). This study supports the hypothesis of prefrontal dysfunction, in particular, abnormal motor response inhibition and motor timing. In a second study, the cingulate cortex is implicated in ADHD. Since ADHD subjects can have impaired attention and defective inhibition of inappropriate response (impulsivity), this experiment examined the activity of the anterior cingulate cortex of ADHD individuals (Bush et al., 1999). The anterior cingulate cortex helps to select stimuli when faced with competing streams of input and response selection as seen in the inhibition of incorrect responses and/or enhancement of correct responses. Using fMRI techniques, ADHD adults, compared to controls, displayed hypoactivity of the anterior cingulate cortex using an interference task (counting Stroop). These results are consistent with the early PET findings of hypoactivity of the cingulate in ADHD subjects (Zametkin et al,, 1990). These studies suggest that this brain area may also be dysfunctional in ADHD, contributing to the core symptoms of inattention and impulsivity.

Neurotransmitter: Converging evidence suggests that dysfunction of the dopaminergic system and its influence on prefrontal cortex and nigrostriatal function play a central role in ADHD (Castellanos, 1999; Bradshaw & Sheppard, 2000; Neidermeyer, 1998). Recent PET imaging suggests that prefrontal dopaminergic dysfunction mediates ADHD symptoms in adults (Ernst et al, 1998). Furthermore, significant differences were found in male vs. female prefrontal imaging data suggesting that reported gender population differences in ADHD may be due to this dopaminergic imbalance (see also, Andersen & Teicher, 2000). Thus, maturational prefrontal dysfunction may be a secondary result of a primary dysfunction in midbrain dopaminergic developmemt and adaptation.Dopamine is not the only neurotransmitter system that may be abnormal in ADHD.Research, especially using genetic analysis, suggests that serotonin may also be involved in the pathogenesis of ADHD (Oades, 1987; Mefford & Potter, 1989; Comings et al., 2000a, 2000b). A number of neuroendocrine factors have been implicated in ADHD dysfunction including serotonin, dopamine, and norepinephrine brainstem (Castellanos, 1999; Hynd, et al., 1991). Comings (1990) reported significantly decreased plasma tryptophan (the metabolic precursor to serotonin) in ADHD patients. He suggested a dysregulation of serotonin metabolism as the basic defect in ADHD.
Quelle: Arenander (2001)

Wolfgang Droll, Facharzt für Psychiatrie, Kinderpsychiatrie und Neurologiteam Brain Center Berlin und seine Kollegen haben beobachtet, dass bei den Patienten im Ruhezustand blitzartig schnelle Wellen im Elektroenzephalogramm auftreten. Diese so genannten beta-Wellen treten sonst nur bei erhöhter Aktivität oder bei einem Reiz von außen auf. "Die Gehirnaktivität ist bei ADHS-Patienten anscheinend nicht gleichmäßig geregelt, sondern ändert sich sehr abrupt", vermutet der Forscher. Die Betroffenen können sich daher zwar sehr schnell an neue Herausforderungen anpassen, besitzen jedoch kaum Durchhaltevermögen.
Berliner Zeitung vom 26.08.2004

Die Wiederherstellung von mehr Ausgewogenheit
bei Kindern mit ADHS durch das Programm der
Transzendentalen Meditation und einen multimodalen ayurvedischen Ansatz
("Bewusstseins-basierter
Gesundheitsansatz")

Ein alternativer, nicht-pharmakologischer integrierter Behandlungsansaz
bei Kindern mit ADHS

Da ADHS eine Vielzahl von psychischen, neurophysiologischen und physiologischen sowie verhaltensmäßigen Aspekten umfasst, wird in der Regel in der wissenschaftlichen Literatur auf die Wichtigkeit der Behandlung dieses Syndroms mit einem multimodalen Ansatz hingewiesen. Die Maharishi Vedische Medizin (MVM), auch als "Bewusstseins-basierter Gesundheitsansatz" bekannt, besteht einerseits aus dem Programm der Transzendentalen Meditation® (TM®), andererseits auch aus Empfehlungen für Kräuterergänzungen, die Ernährung und einen gesunden Tagesablauf. Der Bewusstseins-basierte Gesundheitsansatz schließt das traditionelle Wissen und die alten Techniken des Ayurveda ein, wie er von Maharishi Mahesh Yogi in Zusammenarbeit mit führenden ayurvedischen Ärzten Indiens neu belebt, in seiner ursprünglichen Wirksamkeit und Reinheit wiederhergestellt wurde und zugleich auch und in ein umfassendes, ganzheitliches, in sich kohärentes naturmedizinisches Gesundheitssystem gebracht wurde, dass auch für die modernen Naturwissenschaften zugänglich geworden ist und große Übereinstimmungen mit den fortgeschrittensten wissenschaftlichen Erkenntnissesn über den Menschen, seine biophysikalische Struktur und seine Beziehung zum Universum aufweist (Sharma & Alexander, 1996a, 1996b; Sharma and Clark, 1998).

1. Die Potentiale des Programms der Transzendentalen Meditation bei ADHS-Kindern

Die Technik der Transzendentalen Meditation (TM) wurde in der wiss. Forschung als besonders wirksamer Ansatz dokumentiert, stressbedingte Abnormalitäten in der Struktur und Funktionsweise der Physiologie zu beseitigen, chronische Erkrankungen zu einem gesunderen Funktionsstil zurückzuführen oder abzumildern (wobei dies im allgemeinen genetisch angelegte oder begünstigte Beschwerden sind) und höhere Niveaus der kognitiven und emotionalen Funktionsweise (Orme-Johnson & Walton, 1998; Roth, 1998) zu entwickeln. Die umfassenden positiven Auswirkungen der TM-Technik lassen sich vor allem auch darauf zurückführen, dass sie mehr Gleichgewicht und Integration im Gehirn und insbesondere im präfrontalen Kortex und seinen Exekutivfunktionen schafft (Arenander 1996; Arenander 2000). Die Ausübung der Transzendentalen Meditation führt zu einer Integration der Gehirnfunktionen und einer globalen Gehirnwelllenkohärenz, wie ausgedehnte Forschungstätigkeit gezeigt hat. Die TM stellt somit eine sehr vielversprechende nicht-pharmakologische, alternative Behandlungsform für ADHS dar.

Transzendentale Meditation wird zweimal täglich in bequemer Sitzhaltung für - je nach Alter bei Kindern - zwischen 10 und 15 Minuten bei Erwachsenen etwa 20 Minuten praktiziert. Kinder unter zehn Jahren erhalten ein kleines "Wörtchen der Weisheit", ein Wort ohne Bedeutung, dass sie einige Male täglich während des Spielens oder Laufens benutzen.Während der TM-Technik wird ein Klang verwandt, der auch Mantra genannt wird, der es dem Geist erlaubt, wach und doch ungerichtet zu sein. Die Technik hilft dadurch dem Geist, sich nach innen zu wenden. Während des Meditationsvorgangs kommt der Geist zunehmend mehr zur Ruhe, er erfährt feinere und zartere Zustände von Gedanken, affektiven Regungen usw., überschreitet ("transzendiert") schließlich auch die feinste Gedankenebene und gelangt so zur Erfahrung des innersten Selbstes, einen Zustandes großer Ruhe und Wachheit, "reiner Bewusstheit". Diese Erfahrung des "Seins" ist sehr regenerierend und erholsam - die Erfahrung eines unbegrenzten, transzendentalen Bewusstseinsfeldes, tiefer Entspannung und Ganzheit. Während der Geist in der Transzendentalen Meditation mehr und mehr zur Ruhe kommt, wird auch der Körper zunehmend ruhiger, entspannter und geordneter. Dies zeigt sich in einer Beruhigung der Atemtätigkeit, der Herzfrequenz, einer Synchronisierung und Integration des EEGs sowie auch einem höherem Hautwiderstand. Plasmakortisol nimmt ab, stressbedingte neurochemische und andere endokrinologische Veränderungen normalisieren sich mehr und mehr. TM stellt somit eine wohlige, angenehme Erfahrung der Beruhigung und des Zu-Sich-Kommens da - und all dies wird völlig mühelos und ohne jegliche Konzentration erreicht.

"Many teachers of the TM technique who have taught hyperactive children have found
noticeable effects within the first few of weeks of practice. Parents have reported that
their ADHD children easily learn to meditate and experience immediate relaxation of the
body and increased calmness of mind. For example, a 14-year old boy diagnosed with
ADHD was taught the TM technique. The TM teacher reported the same effects noted
above. In addition, this child's parents reported that the boy's behavior and mood was
dramatically improved, while an aunt of the boy reported increased pro-social behavior
within the first week of instruction. In another situation, a child diagnosed as ADHD
completely discontinued methyphenidate psychostimulant medication within three and a
half months of starting the practice of TM without return of pretreatment symptoms."
Quelle: Arenander (2001)

Empirische Befunde mit Bedeutung für oben aufgeführte physiologische Korrelate von ADHS

Gehirnwellenforschung: During the TM technique EEG coherence is found to rapid appear and spread across the frontal regions of the brain ( Levine, 1976; Levine et al., 1976). Dillbeck & Vesely (1982) reported increased frontal coherence during sessions when individuals were acquiring information in a concept learning task. R. Nidich, et al., (1989) showed that length of time practicing TM was positively correlated with higher EEG coherence in the frontal lobes.These high levels of cortical integration are not reported for any other technique (see Levine et al., 1976; Banquet & Sailhan, 1974; Banquet et al., 1977). Higher levels of EEG coherence measured during the practice of the Transcendental Meditation technique are significantly correlated with increased fluency of verbal creativity, higher IQ, higher academic achievement, increased neurological efficiency, more principled moral reasoning, decreased neuroticism, increased efficiency in learning new concepts, and clearer experiences of self ( Dillbeck et al., 1981; Haynes et al., 1976; Nidich et al., 1989; Nidich et al., 1983; Orme-Johnson & Haynes, 1981 ).

Evozierte Potentiale: Since some ADHD children can have altered neural processing of sensory stimuli, especially CNV, it is significant to note that students practicing TM display increased levels of neurophysiological efficiency in sensory
processing measured by event-related potentials. For example, compared to controls, TM practitioners display increased CNV amplitude and decreased distractibility (Travis and Tecce, 1998; Travis & Miskov, 1994). Research on the elderly indicate that practice of the TM technique reduced age-related declines of P300 indicating the ability of TM to enhance brain functioning and faster processing of cognitively complex information (Goddard, 1989). Lyubimov (1992, 1994) forund that during the TM program some of the early sensory components of the brain's response to somatosensory stimulation (0-100msec) are more widely distributed across the cortex. These results suggest that during the TM technque there is an increase in the areas of the cortex taking part in perception of specific information and an increase in the functional relationship between the two hemispheres. Other research has shown improved efficiency of information transfer, increased vigilance and improved capacity for selective attention in the brain. These studies include, for example, shorter latencies of auditory evoked potentials, both during and outside the practice of Transcendental Meditation (Kobal et al, 1975; Wandhofer et al., 1976), changes in brainstem auditory evoked potentials following the Transcendental Meditation and TM-Sidhi Program (McEvoy et al., 1980), and faster reactions with fewer mistakes (visual choice reaction time) correlated with shorter latency and larger amplitude of visual evoked potentials (Banquet and Lesevre, 1980).
Together, these studies indicate that the experience of TM improves brain processsing of information. In the light of the reduction in evoked potential activity in ADHD, especially the late components correlated with selective attention, stimulus detection and discriminating between stimuli, meditation could have beneficial effects on information processing in these students.
Quelle: Arenander (2001)


Powerpoint-Grafiken von http://www.brainresearchinstitute.org/, Courtesy Dr. Alaric Arenander (Direktor)


Powerpoint-Grafiken von http://www.brainresearchinstitute.org/, Courtesy Dr. Alaric Arenander (Direktor)

Die gesundheitsförderlichen Wirkungen der TM bei ADHS-Kindern im Gegensatz zur Behandlung mit
Methylphenidat

 
Methlyphenidat ("RiItalin")
TM
erhöht die Herzfrequenz hat eine ausgleichende, beruhigende und herzstärkende Wirkung (beruhigt Herzfrequenz)
erhöht den Blutdruck gleicht den Blutdruck aus (reduziert Hypertonie)
vasoaktiv, vermindert zerebralen Blutfluss erhöht den zerebralen Blutfluss
(American Journal of Physiology 235(1)(1978): R89–R92.
Psychophysiology 13 (1976): 168.
The Physiologist 21 (1978): 60.)
vermindert Ausbildung der dopaminergen Nervenfortsätze fördert eine ganzheitliche Entwicklung des Gehirns
keine intelligenzsteigernde Wirkung oder Wirkung auf Schulleistungen verbessert kognitive Funktionen, Schulleistungen, entwickelt die Persönlichkeit ganzheitlich
schädliche Nebenwirkungen möglich (wie Schlaflosigkeit, Appetitmangel, Magenschmerzen und schwerwiegendere physiologische Beeinträchtigungen)

positive Nebenwirkungen auf eine ganze Reihe von Parametern, weniger Angst, weniger Neurosen, weniger Depressionen, mehr Kreativität, Feldunabhängigkeit, verbesserte Gesundheit, Verminderung stressbedingter Beschwerden

Die Wirkungen der Technik der Transzendentalen Meditation bei ADHS
am Beispiel


          • des Serotonin-Metaboliten-5-Hydroxyindolessigsäure (5-HIAA)- und des Adrenalin/Noradrenalin-Metaboliten Homovanillinsäure (HVA)-Spiegels

           

          • elektrodermaler Messwerte (galvanischer Hautwiderstand usw.)

 
ADHS
TM

Castellanos et al. (1994) fanden bei ADHS-Kindern höhere Mengen an 5-Hydroxyindolessigsäure (5-HIAA) und niedrigere Konzentrationen von Homovanillinsäure (HVA) als normal in der Hirnflüssigkeit. Kruesi et al., 1992, wiesen dies bei Kindern und Jugenlichen mit 2disruptive behavior" ebenfalls nach. Es handelt sich dabei um Abbauprodukte von Serotonin und Dopamin. Besondere Brisanz bekommt dies unter dem Aspekt, dass Söderström et al., 2003, nachweisen konnten, dass diese HVA:5-HIAA-Ratio bei Erwachsenen signifikant assoziiert ist mit psychopathischen Zügen. Sie kommentierten dies, dass eine langwährende Kondition dieser neurochemischen Situation zu psychopathischen Tendenzen führen könne, die möglicherweise als "adult sequel to ADHD and CD" anzusehen seien.

Im Gegensatz dazu erbrachten Untersuchungen Bujatti und Riederer, sowie weitere Untersuchungen von Levitsky, 1998; von Loliger, 1990, Walton et al. , 1983, und Walton et al., 1990, dass Transzendentale Meditation zu einem Anstieg des Serotonin-Metaboliten 5HIAA infolge einer deutlichen Zunahme des Serotonin-Angebotes im Gehirn und zu einem signifikanten Abfall des Adrenalin/Noradrenalin-Metaboliten VMA (Vanillinmandelsäure) führt.

BUJATTI und RIEDERER fanden einen hochsignifikanten Anstieg des Serotonin - Metaboliten 5-HIAA (5-Hydroxyindolessigsäure) und einen signifikanten Abfall des Adrenalin / Noradrenalin - Metaboliten VMA (Vanillinmandelsäure) für Meditierende mit durchschnittlicher Praxis von zweieinhalb Jahren. Sie interpretierten dies als das Resultat einer Abnahme phasischer Aktivierung (arousal) und einer Zunahme von Ruhe und Erfülltheit ("rest and fulfillment response") im Gegensatz zur "fight and flight response". The systemic ,,rest and fulfiliment hormone" (RF-hormone) finally should act via area postrema chemoreceptor through the reticulo-solitarioreticular feedback system on, last not least, the ,,neurotransmitter serotonin" with its supporting role for EEG-synchronization, the common finding of EEG research done on TM (Wallace, Benson and Wilson, 1971; Banquet, 1973; Kobal, 1975).

Originalzitat aus der Arbeit von BUJATTI und RIEDERER: 5-HT, that is held responsible for a bewildering multitude of central regulatory effects is suggested to account as ,,negentropyflow transmitter" (.... ) for them and the deactivation of the ,,rest and fulfiliment response" observed in TM-technique centrally and peripherally antagonistic to the activation of the ,,entropyflow transmitter" noradrenaline in ,,fight and flight".

The term ,,rest and fulfiliment response" is defined (...... ) as ,,the homeostatic, self organizing tendency of the living system, that is to meet all possible stressors in such a manner, as to maintain on increasingly complex levels of integration, while fluctuating, a stable state of least possible activation and of maximum possible deactivation, an ultimately zeroentropy-state". This ,,rest and fulfillment response" (RF-response) is basic, to and inclusive of the activation of ,,fight and flight" and ,,stress" reactions that do appear as antagonists but ultimately are its own synergistic phenomenon.

 

   

Eine ganze Reihe von Untersuchungen widmete sich Auffälligkeiten in elektrodermaler Hinsicht bei ADHS-Kindern:
significantly lower skin conductance levels (Snoek et al., 2004)
decrease in amplitude of the skin conductance response
(Shibagaki et al., 1993)

"The hyperactive subjects tended to exhibit lower levels of arousal, as indicated by the frequency of spontaneous responses, and more marked habituation with repeated stimuli.Also, they tended not to show the increased responsivity expected when attention is active rather than passive. " (Shibagaki et al., 1990)
"underarousability" in evoked response-studies
(underreactive to environmental stimulation) (Hastinges et al., 1978)
marked decrease in skin conductance responses (SCRs) to errors (O'Connell et al., 2004)
differed markedly in skin conductance level and non-specific electrodermal fluctuations (Barry RJ, et al., 2004)
— abnormalities in sensory modulation measured by responses to repeated sensory stimulation regarding electrodermal reactivity (EDR) and more variability in responses (
Mangeot et al, 2001)
— reduced number of non-specific skin conductance
responses (NS.SCRs) (Lazzaro et al., 1999)

 

-

Studies examining galvanic skin responses, which measure physiological excitation, found that the Transcendental Meditation technique enables more rapid mobilization of one’s physiological resources, while at the same time facilitating quicker recovery to baseline levels of functioning
A Study by Orme-Johnson (1973) used Galvanic skin response, or GSR, to measure recovery from stress. Meditators recovered from stress more quickly than non-meditators. Specifically, habituation of the GSR to stress was faster for meditators than for controls, and meditators made fewer multiple responses during habituation, indicating greater stability in response to stress. In other experiments, meditators produced fewer spontaneous GSR than their non-meditating controls, both during and while out of meditation. Spontaneous GSR is defined as spontaneous fluctuations in skin resistance and the frequency of spontaneous GSR defines the lability of an individual to stress. For example, the frequency rises with anger, fear, and increased epinephrine and norepinephrine blood levels. Those individuals with lower frequencies of spontaneous GSR exhibit more effective behavior in a number of stressful situations, are less impulsive on motor tasks, and have quicker perceptions. Rapid GSR habituation and low levels of spontaneous GSR are reported in the literature to be correlated with physiological and behavioral characteristics associated with good mental health. Therefore, meditation benefits practitioners by decreasing the frequency of spontaneous GSR. In general, these studies indicate that meditators possess a more adaptive pattern of stress response than controls.

zugleich aber auch:

Schnellere Reaktionen
Personality and Individual Differences 12 (1991): 1106–1116.
Perceptual and Motor Skills 38 (1974): 1263–1268.
Perceptual and Motor Skills 46 (1978): 726.
Motivation, Motor and Sensory Processes of the Brain, Progress in Brain Research 54 (1980): 447–453.
L'Encéphale[The Brain] 10 (1984): 139–144.

Schnellere Reflex-Reaktionen
Perceptual and Motor Skills 50 (1980): 1103–1106.

Verbesserte Effizienz von Informationstransfer im Gehirn
Motivation, Motor and Sensory Processes of the Brain, Progress in Brain Research 54 (1980): 447- 453.
International Journal of Neuroscience 10 (1980): 165-170.
Psychophysiology 26 (1989): 526.
Zeitschrift für Elektroenzephalographie und Elektromyographie EEG-EMG 7 (1976): 99 - 103.

Some of the early sensory components of the brain's response to somatosensory stimulation (0-100 msec) are more widely distributed across the cortex. The study, by Dr. Nicolai Nicolaevich Lyubimov, Director of the Moscow Brain Research Institute's Laboratory of Neurocybernetics, indicates that during the Transcendental Meditation program there is an increase in the areas of the cortex taking part in perception of specific information and an increase in the functional relationship between the two hemispheres.(Proceedings of the International Symposium Physiological and Biochemical Basis of Brain Activity, St. Petersburg, Russia, (June 22-24, 1992). )

Zusammenfassung:

  1. TM erhöht die Selbstregulation: Die TM-Praxis gibt dem Körper tiefe Ruhe, während der Geist weit wach und aufmerksam bleibt. Körper und Geist erhalten eine tiefe Ruhe, die angesammelten Stress und Erschöpfung auflöst und biochemische Ungleichgewichte korrigiert.
  2. TM führt zu einer Zunahme der globalen Gehirnkohärenz: TM führt zu einer Integration der Gehirnfunktionen über weite Bereiche. Diese einzigartige globale Gehirnwellenkohärenz liegt der raschen, viele Faktoren und Funktionen umfassenden, bemerkenswerten Wiederherstellung von Gleichgewicht in Körper und Geist zugrunde.
  3. TM verbessert die Exekutivfunktionen des Gehirns: TM verbessert die Exekutivfunktionen im präfrontalen Kortex, was zu einer normalen kognitiven, sensorischen und motorischen Entwicklung der Kinder führt. Zunahmen in der Gehirnwellenkohärenz durch TM korrelieren mit erhöhter Selbstachtung und verbesserter Selbstwahrnehmung, selbstbezogenerem Bewusstsein, mehr Intelligenz, verbesserten Schulleistungen, höherer emotionaler Stabilität, mehr innerem Wohlbefinden und Freude, erhöhter Kreativität, verbessertem Konzept-Lernen (abstraktes Lernen) und höherer moralischer Urteilsfähigkeit.
  4. TM korrigiert Aufmerksamkeitsstörungen und Hyperaktivität: TM beeinflusst positiv die Kernbereiche von ADHS: Aufmerksamkeitsschwäche, Hyperaktivität und Impulsivität.
  5. TM verbessert die kognitive Entwicklung in der Kindheit: TM ermöglicht die Entfaltung des inneren latenten geistigen Potenzials des Kindes — Wachstum der Intelligenz, Kreativität, emotionalen Stabilität, Ego-Entwicklung, der inneren Kontrollfähigkeit, Abnahme von Risiko-Verhalten und reiferes Treffen von Entscheidungen.


Powerpoint-Grafik von http://www.brainresearchinstitute.org/, Courtesy Dr. Alaric Arenander

Wiederherstellung von mehr Ausgewogenheit bei ADHS-Kindern

Zusammenfassende Tabelle zum Nutzen
des Programms der Transzendentalen Meditation

hinsichtlich kognitiver und Verhaltensauffälligkeiten

 
Dysfunktionales
Gehirn und Verhalten
Neuro-kognitives
Ungleichgewicht
Geordnete Hirnfunktion durch TM

DSM-IV-KRITERIEN*
 
HAUPT-SYMPTOME
 
POSITIVE WIRKUNGEN DES
TM-PROGRAMMS
Mangel an Aufmerksamkeit auf
Details
Flüchtigkeitsfehler
wenig Aufmerksamkeitsspanne
hört nicht zu
folgt den Anweisungen nicht
macht die Hausarbeiten nicht zuende
schlechte Organisationsfähigkeiten
vermeidet und macht nicht gerne geistige Aufgaben
leicht abgelenkt
vergesslich
*DMS-IV (Diagnostisches und Statistisches Manual psychischer Störungen)
UNAUFMERKSAMKEIT
verbesserte Wahrnehmungsfähigkeiten (1)
verbesserte non-verbale Intelligenz (2)
verbesserte kognitive Funktionen(3)
verbesserte evozierte Potentiale &
kognitive Funktionen (4,5)
bessere Ergebnisse bei Intelligenztests (6)
verbesserter kognitiver Stil (7)
erhöhte Produktivität (8)
bessere Schulleistungen (9)
erhöhte Feldunabhängigkeit (10)
Zunahme von Kreativität & Intelligenz (11)
 

 
HYPERAKTIVITÄT
 
verminderte stressbedingte Angst (,trait anxiety'(12)
mehr Selbstgewahrsein(13)
verbesserte Verhalten und vegetative Stabilität(14)
verminderte Stressreaktivität (15)
zappelt herum, windet sich  
kann nicht sitzen bleiben
ständig motorisch aktiv
redet unaufhörlich

IMPULSIVITÄT

verbesserte verbale Problemlösungsfähigkeit (16)
verbesserte sensomotorische Leistungen(6)
überlegteres Reagieren (17)
platzt ständig mit Antworten heraus  
ungeduldig
unterbricht häufig
   

Arenander & Sheppard, 2000 Brain Research Institute, ISTPP, MUM

Referenzen: (14) Alexander, et al., 1993; (3) Aron et al., 1981; (14) Childs, 1974; (6) Cranson, et al., 1991; (16) Dillbeck, 1982; (7) Dillbeck et al., 1986; (12) Eppley et al., 1989; (8) Frew, 1974; (15) Gaylord et al., 1989; (10) Gelderloos et al., 1987; (11) Jedrczak et al., 1985; (2) Jedrczak et al., 1986; (5) Lyubimov, 1994; (9) Nidich et al., 1986; (17) Nidich et al., 1983; (14) Orme-Johnson, 1973; (1) Pelletier, 1974; (13) Schecter, 1978; (4) Wandhofe et al., 1976

 

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2. Weitere Empfehlungen aus der ayurvedischen Medizin

"Maharishis Bewusstseins-basierter Gesundheitsansatz"



Wir haben gezeigt, dass die Technik der Transzendentalen Meditation (TM) eine einzigartige Methode ist, um zu mehr Selbsterfahrung, Selbstwahrnehmung und -kontrolle zu führen. Sie beruhigt ganz unmittelbar das Nervensystem, ist leicht und angenehm in der Ausführung und nimmt nur wenig Zeit in Anspruch. Darüber hinaus führt sie zu einer globalen Gehirnkohärenz und verbessert die Exekutivfunktionen des präfrontalen Kortex. Zudem normalisiert sie biochemische Ungleichgewichte. Deswegen kommt der Transzendentalen Meditation in unserer Sicht eine besonders herausragende Rolle in der Behandlung von ADHS zu.

Zusätzlich möchten wir kurz auf einige weitere Empfehlungen der ayurvedischen Medizin eingehen, die als Adjuvans die Behandlung von ADHS noch weiter unterstützen können:

1) Ernährung

2) Kräuternahrungsmittelergänzungen (Rasayanas)

3) körperliche Bewegung, Yoga und Pranayama

4) Tagesablauf- und Jahreszeitenroutinen im Einklang mit chronobiologischen Rhythmen

Die ayurvedische Medizin klassifiziert ADHS als eine Erkrankung, in der alle drei grundlegenden physiologischen Regulationsprinzipien* Vata, Pitta und Kapha aus dem Gleichgewicht sind - mit besonderer Bedeutung von Prana-Vata.
(* Die ayurvedische Grundlagenlehre kann hier nicht in Einzelheiten dargestellt werden. Wir verweisen auf im Buchhandel vorhandene einschlägige Literatur, wie etwa: Dr. Ernst Schrott, Ayurveda für jeden Tag. )

Vata (Hyperaktivität; ruheloser Geist, der im Karussell läuft, Unfähigkeit, die Beine ruhig zu halten usw.),

Pitta (Impulsivität, risikoträchtiges Verhalten, zwanghaftes Verhalten, Unfähigkeit, sich zurückzuhalten, Kinder platzen ständig mit Antworten heraus) und

Kapha ("underarousal", Unfähigkeit zu fokussieren, sich zu konzentrieren, Aufmerksamkeitsschwäche)
Der Geist erscheint als dumpf und leathargisch, solange (wenn) die geistige Aktivität nicht von einer körperlichen oder Bewegungsaktivität begleitet wird.

Prana-Vata, eine der Funktionen von Vata, reguliert unter anderem die Aktivität des Nervensystems.
Der Mangel an Aufmerksamkeitsspanne, die Unruhe der ADHS-Kinder ist zurückzuführen aus einer Unterversorgung
mit Prana, der Lebensenergie oder Nervenenergie
. Die motorische Unruhe und kinetische Energie der Kinder weist also nicht
etwa auf "zuviel Energie", sondern auf einen Mangel an Energie hin, um das Nervensystem stabil zu halten (ähnlich wie bei
Übermüdung, Überdrehtheit aufgrund von Schlafmangel und Schlaflosigkeit).

zu 1) Ernährung:
Alle Chemikalien, Farbstoffe, Konservierungsmittel möglichst aus der Ernährung heraus lassen. Zu viel rotes Fleisch-, Geflügel- und Milchkonsum, vor allem wenn das Fleisch zusätzlich auch noch mit Hormonen behandelt wurde, (Tierhaltung) vermeiden.
"Pranahaltige" Ernährung mit "intelligenten Nahrungsmitteln", d.h. frisch gekochte Mahlzeiten aus frischen (möglichst Bio-) Gemüsen, Obst, substanzreich, also aus hochwertigen, guten Grundnahrungsmitteln werden empfohlen. Die geistige und intellektuelle Entwicklung wird von Pitta beschleunigt. Um das Gehirn zu nähren, wird das Essen von Mandeln, Walnüssen, Sonnenblumensamen, Ghee (ayurvedischem Butterreinfett) sowie hochwertigem Olivenöl und süßen, saftigen Früchten empfohlen. Unintelligente Nahrungsmittel sind "Junk-Food", Konservennahrung, Fertigmahlzeiten, tiefgefrorene Gemüse usw. und Nahrungsreste, die stehen gelassen wurden.

zu 2) Kräuternahrungsmittelergänzungen:
Ayurvedische Rasayanas sind natürliche Kräuterzubereitungen aus Früchten, Kräutern und Mineralien, deren einzigartige Formeln synergistische Wirkungen bereitstellen. Sie sind Zubereitungen aus der Vedischen Tradition Indiens, die vor Tausenden von Jahren entdeckt wurden und von den ayurvedischen Ärzten (vaidyas) über Generationen bewahrt wurden. Rasayanas haben in der wiss. Forschung gezeigt, dass sie eine positive Wirkung auf die Funktionsweise des Immun-, des Herz-Kreislauf-Systems und unter anderem auch auf Faktoren haben, die mit der Entwicklung und Remission von Krebs zu tun haben.

Für ADHS-Kinder wäre Maharishi Amrit Kalash (MAK)* das Rasayana der ersten Wahl. MAK hat sich in Studien als wirksam erwiesen, kognitive Faktoren günstig zu beeinflussen, wie sie mit den Defiziten, die von ADHS-Kindern erfahren werden, assoziiert sind (siehe positive Wirkung von MAK auf kognitive Leistungen, psychologische Funktionen und Verhalten, Sharma, 1992). Pilotstudien zu MAK haben erbracht, dass es signifikant die kognitiven Funktionen steigert (Nidich et al., in press; Gelderloos et al., 1990) und eine sehr starke anti-oxidativen Wirkung auf das Gehirn besitzt (z.B. Kauffman et al., 1993; Bondy et al., 1991, Sharma et al.,1992). Exzessive Oxidation, die auf der Zellebene auftritt, kann negative Wirkungen auf die Funktionsweise des Gehirns haben. Die Forschung hat eine Verbindung zu fortschreitendem Freie Radikalen-Schaden im Bereich des Hirngewebes und Beeinträchtigungen der kognitiven Informationsverarbeitungsfähigkeit hergestellt (Carney et al., 1991; Bourre, 1991; Qian et al., 1992; Dettaan et al., 1992). Diese Studien legen nahe, dass anti-oxidative Präparate einen günstigen Einfluss auf die kognitiven Fähigkeiten haben können, die mit der Art der kognitiven Defizite bei ADHS-Kindern verbunden sind. Gelderloos et al. (1990) stellte in einer randomisierten, placebo-kontrollierten Doppel-Blind-Studie an 48 Erwachsenen fest, dass die Einnahme von MAK über eine Behandlungsperiode von 3 und 6 Wochen signifikant die Leistung bei visuellen Unterscheidungsaufgaben verbesserte. Da Aufgaben der visuellen Verarbeitung
eine erhöhte Aufmerksamkeitsspanne inmitten von ablenkenden Reizen voraussetzen, zeigt diese Studie an, dass MAK eine wertvolle Wirkung in der Verbesserung von Aufmerksamkeitsdefiziten bei ADHS-Kindern haben könnte. Studien von Hanissian et al. (1988) und Sharma, Hanissian et al. (1991) untersuchten die Interaktion von MAK mit Opioid-Rezeptoren im Hirn. Tests mit MAK zeigen eine allgemeine Hemmung der Aktivität der neuralen Opioid-Rezeptoren im Hirn und legen damit nahe, dass MAK eine beruhigende Wirkung auf das Nervensystem hat und positive Gefühle erzeugt. Hauser et al. (1988) fanden heraus, dass MAK mit denselben Serotoninrezeptoren auf Blutplättchen interagiert wie Imipramin. Wegen der Beziehung von Imipramim mit Serotonin legt diese Studie nahe, dass MAK den Serotoninspiegel erhöht und somit eine positive Wirkung auf Aggression, Feindseligkeit und Stimmungsschwankungen hat. Zudem haben Selbsteinschätzungen seitens Versuchspersonen ebenfalls ergeben, dass MAK das psychische Wohlbefinden verbessert (Sharma et al., 1991b). Ein Überblick über eine Selbsteinschätzung von 659 Personen, die MAK einnehmen, weist auch auf geringere Erschöpfung und größere geistige Klarheit hin (Blasdell et al., 1991).

* Der Hersteller Maharishi Ayurveda Products Limited, Noida, Indien, besitzt übrigens seit 15. Dezember 2004 das GMP (Good Manufacturing Practice)-Zertifikat der World Health Organisation (WHO) für "design, production and export of herbal products including food supplements, cosmetic toiletries and formulations" zusätzlich zum ISO 9001:2001-Zertifikat (als erste Ayurveda-Firma der Welt seit 1997 bereits ISO 9001).

Hier noch einige zu Hause herstellbare ayurvedische nervenstärkende Formeln, die bei ADHS empfohlen werden:

Formel für Nervensystem-Dysfunktion und Erschöpfung (für 15 Tage):
3 ungeschälte Mandeln über Nacht in einem Glas Wasser einweichen, zusammen mit einem ganzen schwarzen Pfefferkorn und einem Teel. Fenchelsamen. Morgens die Haut von den Mandeln abziehen und Mandeln zusammen mit Pfefferkorn und Fenchelsamen in eine Paste zermahlen (mit elektrischem Rührstab) Dann die gleiche Menge süße Butter und Honig dazufügen, damit es besser schmeckt. Dies am Morgen als erstes auf nüchternen Magen zu sich nehmen und dann 1/2 Stunde mit dem Frühstück warten.


Formel zur Verjüngung und Entgiftung des Nervensystems durch synergistische, freie Sauerstoffradikale beseitigende Wirkung:
Zu gleichen Teilen im ayurvedischen Fachhandel als Kräuterpresslinge oder anderer Form erhältliche ayurvedische Kräuter Brahmi, Ashwagandha und Gudduchi zermahlen (mit vorher gereinigter elektrischer Kaffemühle z.B.) und vermischen. 1 Teelöffel aus dieser Kombination zweimal täglich mit gut warmem Wasser oder mit Ghee (Butterreinfett) und etwas Honig (um daraus eine Paste zu machen) einnehmen.

Formel zur Stärkung und Beruhigung des Nervensystems – Nerventonikum
Zu gleichen Teilen Jatamansi, Shankpushpi und Brahmi (im ayurvedischen Fachhandel erhältlich) am besten auch zermahlen mit elektrischer Kaffemaschine. 1/2 Teelöffel von dieser Kombination nach den Mahlzeiten dreimal täglich.

zu 3) ausreichende körperliche Bewegung, Yoga und Pranayama (Atemübungen)
Ausreichende körperliche Bewegung an der frischen Luft und Pranayama erhöhen die Verfügbarkeit von Prana. Pranayama wird etwa 5 Minuten vor der Ausübung der Transzendentalen Meditation ausgeübt, gleicht das Nervensystem (parasympathische und sympathische NS) aus und stellt dem Körper die viel benötigte neurologische Ruhe bereit.
Pranayama wird ausgeübt, indem man bei geschlossenem rechtem Nasenloch langsam tief durch das linke Nasenloch ausatmet, dann zunächst wieder tief durch das linke Nasenloch einatmet, bevor man es schließt und nun durch das rechte Nasenloch ausatmet und danach einatmet. Alternierend fortfahren für ein Minimum von etwa 10 Atemzügen und ein Maximum von 10 Minuten. Ausgesuchte Yoga-Übungen können ebenfalls von Wert für einen Ausgleich der Neurophysiologie und eine Harmonisierung von Körper und Geist sein (Surya Namaskara, Vrkshasana, Yoga Asanas Set 1). Nach Jensen PS, Kenny DT., 2004, zeigten Jungen mit ADHS, die an einem Unterricht in Yoga Asanas teilnahmen, signifikante Verbesserungen in den DSM-IV-Kriterien "Hyperaktiv/ Impulsiv" und "Gesamt". Verbesserungen in der Conners' Parents Rating Scale (CPRS) "Globale emotionale Labilität" wurden ebenfalls nachgewiesen.

zu 4) Tagesablauf- und Jahreszeitenroutinen im Einklang mit chronobiologischen Rhythmen
Hyperaktive Kinder brauchen ausreichend Schlaf und eine regelmäßige Lebensweise (regelmäßiger Tagesablauf, regelmäßige Mahlzeiten, ausreichende Ruhephasen, kindgerecht zu Bett, nicht zu spät aufstehen). Diese Regelmässigkeit gibt dem Nervensystem Schlüsselreize, selbst ausgewogener zu funktionieren. ADHS-Kinder brauchen eine gut-organisierte Umgebung, da ihnen der innere Sinn für Struktur abhanden gekommen ist. Besonders nervöse Unruhe wird durch Abhyanga beruhigt, eine Ganzkörperölmassage mit duftendem Öl, die Vata, das Prinzip, was alle Bewegungsabläufe und neuronalen Prozesse steuert, ausgleicht. Das Öl enthält ayurvedische Kräuter wie die Winterkirsche, die Sandmalve und dieMimose oder Sinnpflanze. Die Ölmassage sollte insbesondere in den kälteren Jahreszeiten öfter einmal vor der Dusche oder dem Bad in aller Gemütsruhe angewandt werden.


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